Montag, 22. März 2010

Heut hab ich mal eine Assistenz :)

Montag. Mal wieder. Oder schon wieder? Die Zeit scheint mal wieder davon zu rasen. Heute sollte es aber mal anders werden als jemals in meinem bisherigen Jahr. Durch Doppelbestellung von Prophylaxe von Patienten auf dem Schiff als auch in der Klinik war ich heute mal die Prophylaxehelferin in der Klinik und konnte den Menschen hier in Afrika die Zähne reinigen. Und nicht nur das. Ich erklärte ihnen auch, wie man sich die Zähne putzen soll und das auch Garn als Zahnseide durchgeht. Es hat super Spaß gemacht, weil viele von ihnen (naja, sind wir mal ehrlich: keiner von ihnen jemals) eine professionelle Zahnreinigung hatten und somit waren die Zähne mit Zahnstein bedeckt. Ja, ich weiß. Nicht jeder teilt die Leidenschaft Zähne von dicken Belägen und Zahnsteinbrocken zu befreien, aber ich liebe es ;) Im Ganzen war das ein genialer Wochenbeginn. Aber ich glaube, jeden Tag könnte ich das hier nicht machen. Assistieren ist einfach noch viel interessanter. Zysten entfernen, abgestorbenen Knochen entfernen... ich stopp hier mal. Euch soll ja nicht anders werden :)


Sonntag, 21. März 2010

Camping in Afrika

Samstag. Ja, ihr habt richtig gelesen. Habe ich mich doch immer so über`s Campen ausgelassen, wie ungern ich es doch mache, umso mehr Spaß hatte ich dieses Wochenende im Dschungel. Freitag Abend dachte ich noch darüber nach, einfach abzusagen, weil ich Müde war und nicht Stunden im Auto verbringen möchte, um dann wer weiß wo anzukommen, wo es mir dann evtl. nicht gefällt. Aber diesmal sollte es anders werden. Das volle Programm von Afrikanischen-Abenteuer-Dschungel-Campen in nur 2 Tagen. Es fing schon gut an. Ich stand am Samstag um 6 Uhr auf, damit ich fertig bin, wenn der Taxi-Bus uns dann um 7.30 Uhr abholt. Im Nachhinein hat es auch keinen gewundert, dass er dann erst um 9 Uhr erschien. Aber das senkt unsere Laune nicht. 3 von unseren Freunden sind mit ihrem hier gekauften Motorrad hinter uns hergefahren und waren dann auch gleich zur Stelle als dann ein Zelt von unserem vollgepacktem Dach fiel. Stunden und einigen "Pausen" später waren wir dann angekommen. Im Dschungel. Auf einem Berg. Palmen, Lehmhütten, grüne Stauden und Bäume, neugierige Kinder. Ruhe. 14 Uhr. Es war mittlerweile zu spät zum, wie geplanten, Wasserfall zu laufen also ging es zur Bergspitze. Nur kurz die Campingausrüstung in einer Lehmhütte von den Besitzern, die uns auch die Grasfläche zum Campen
zu Verfügung stellen, verstauen und ab wieder in unseren Taxibus und (ja, eigentlich wollten wir den 4-stündigen Weg wandern) hinauf bis fast zur Bergspitze. Eine atemberaubende Aussicht. Klasse war auch, dass die Sonne nicht auf uns knallte, sonst hätte ich das bestimmt nicht so genießen können. Es war bewölkt und nebelig, aber trotzdem ca. 30 Grad. Fotoshooting und mit Motorad-Taxis wieder zu unserem Campingplatz. So langsam wurde es ja dunkel und das Essen musst ja auch noch gekocht werden. Mit einer Flasche Wein, Nudeln, Lagerfeuer und Djembe-spielenden Dorfbewohnern tanzten wir dann mit den Kindern in die Nacht.
Der nächste Morgen. Es ist 5.30 Uhr. Die Sonne kommt hervor. Der Hahn kräht. Ahh... ich will noch weiterschlafen. Leider mochte der Hahn aber die Stelle direkt neben unserem Zelt und ich war zu müde, um zu versuchen ihn zu verjagen. Um 7 Uhr war ihm dann das gekrähe auch zuviel und er verschwand. Zeit für ein zweites Nickerchen. Frühstücken und auf zum Wasserfall. Auch heute knallte die Sonne nicht allzusehr und somit war das Wandern zum Wasserfall ganz erträglich. Ausserdem wussten wir ja, dass Erfrischung uns erwartet.
Nur unsere Gruppe war dort. Nach dem Schwimmen, 2. Frühstück, Kartenspielen ging es nach entspannten 3 Stunden auch schon wieder zu unseren Zelten. Wir mussten ja immerhin noch alles zusammenpacken und dann auch rechtzeitig zum Abendessen auf dem Schiff sein. Müde und zufrieden schliefen wir dann alle im Taxi ein, das uns zum Schiff bringen sollte.

Donnerstag, 4. März 2010

Das erste Jahr

Donnerstag. Heute vor einem Jahr habe ich das erste Mal meinen Fuss auf dieses Krankenhausschiff, der Africa Mercy gesetzt. Ein Jahr! Wie es mir dabei geht? Super zufrieden. Die Zeit ist wie im Flug vergangen und doch kommt mir das Leben in Berlin Ewigkeiten her vor. Das Leben in Gemeinschaft hat einfach eine ganz andere Dynamik. Deswegen kommt mir hier die Zeit so lang vor. Ich habe das Gefühl, dass ich viele hier schon seit Jahren kenne, obwohl es gerade mal ein paar Monate sind. Auf der anderen Seite habe ich schon so lange auf diesen Moment gewartet und jetzt ist er da. EIN JAHR! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich endlich angekommen bin. Es ist nicht so einfach zu beschreiben, da ich in Benin schon das Gefühl hatte, dort zu sein, wo ich hingehöre, aber irgendetwas hat sich verändert und ich weiß nicht genau was. Ich liebe Afrika, ich liebe die kleinen Babys, die Menschen, unsere Patienten, die Klinik, Togo uvm. Ich liebe es, den Müttern beim Betreten des Behandlungsraumes ihr Kind abzunehmen und mit ihm Quatsch zu machen, während ich nebenbei natürlich auch assistiere ;) Etwas Tieferes als nur das Gefühl, am richtigen Platz zu sein hat mich berührt und es fühlt sich gut an. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die das letzte Jahr für mich gebetet haben. Ich glaube, dass das der Grund ist und ich kann euch gar nicht genug sagen, wie dankbar ich bin. Aber nicht nur Gebet, sondern auch ein riesiges Dankeschön an alle, die mich finanziell unterstützt haben. Ihr habt Großes erst möglich gemacht. Abgesehen davon, dass ich meine monatlichen Kosten decken konnte, hatte ich z.B. auch die Möglichkeit Weihnachten mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Wenn ich über alles dieses nachdenke, bin ich total überwältigt. So viele kleine Wunder, die ich das letzte Jahr sehen konnte und ich bin mittendrin und ihr seid mitdabei.