Mittwoch, 25. März 2009

Campen und die erste Krise

Was für ein Titel! Das Campen hat nichts mit der ersten Krise zu tun. Zunächst einmal das Wochenende.
Samstag/Sonntag:Ich war in Grand POPO campen. Kein Kommentar zum Namen :) Der Strand war super, aber leider darf man nicht im Meer schwimmen, die Strömung ist zu stark. Also bin ich brav nur mit den Füßchen ins Wasser getappselt. Die Wellen waren echt riesig. Zumindest für mich als Kroatien-Urlauber. Zur Übernachtung nur soviel: Viele von uns haben am Strand geschlafen. Ich habe es versucht :) , konnte aber nicht gut schlafen. Die Wellen waren laut, der Untergrund war unbequem und auch meine Kleidung war nicht zum Schlafen geeignet. Aber ich habe es immerhin mal ausprobiert. Zudem muss ich dazu sagen, dass Sandstrände nicht unbedingt mein Fall sind. Das liegt wahrscheinlich an meiner Vergangenheit. Ich bin nur Kiesstrände aus Kroatien gewöhnt und finde es auch ganz angenehm, mich einfach auf mein Handtuch zu legen ohne überall Sand kleben zu haben. Wie auch immer. Mückenstiche habe ich bei diesem Ausflug nicht bekommen, dafür aber einen Sonnenbrand als Souvenir mit nachhause gebracht.
Mittwoch:
erste Krise! Ja, ich bin mal so frei und schreibe einfach mal davon. Es war keine wirkliche Krise. Wie jeden Mittwoch war ich heute mit Dag auf dem Schiff, um der Crew von Zahnschmerzen zu befreien. Bei einer Patientin mussten wir eine Wurzelkanalbehandlung machen. Es gibt nichts, was ich weniger mag, als bei sowas zu assistieren. Warum kann ich gar nicht so genau erklären. Viel zu unblutig, für die lange Behandlungszeit vielleicht. Nein, war nur ein Scherz :) So, also erstens: fast alle Winkelstücke/Turbinen/Schnellläufer sind im Sterilisationsgerät (Steri), man kann die Tür von diesem Steri nur öffnen, wenn er an ist, schaltet man ihn aus, verschliesst sich die Tür und man muss das ganze Programm nochmal durchlaufen lassen. Es kam zu einer Fehlermeldung, ich habe ihn ausgeschaltet und musste ihn nochmal anmachen. Die Patientin zur Wurzelkanalbehandlung kam und wir hatten keine Turbine um den Zahn aufzubohren. Super! Dann musste ich Zement anmischen und wusste erst einmal nicht in was für einer Konsistenz er den haben möchte. Ausserdem war es sehr warm und der Zement härtete ziemlich schnell aus. Ich habe mich elend gefühlt. Dachte, was für eine schlechte Zahnarzthelferin ich bin, dass ich das nicht hinkriege. Und dass ich das Gefühl habe nicht mehr so super zu sein, wie die Wochen zuvor. Meine Qualität und Quantität habe nachgelassen usw. Echt schlimm, wenn man sich in diese Gedanken immer mehr verstrickt. Gestern habe ich noch von seiner Frau gehört, dass er froh ist, dass ich da bin und dass ich meine Arbeit auch gut mache und er sie schätzt. Ich war nach dem heutigen Tag aufjedenfall emotional erst einmal am Boden. Naja, noch nicht ganz angekommen, aber es war nicht weit davon entfernt. Als ich dann gehen wollte, hat er mir für die gute Arbeit gedankt und auch gesagt, dass alles soweit super war, wir halt nochmal über seine Methode einer Wurzelkanalbehandlung näher besprechen. Puh! Da ging es mir schon besser. Bin jetzt also wieder gut drauf, ausser dass ich wirklich immer müde bin und das Konzentrieren echt schwer fällt.

Freitag, 20. März 2009

Die 3. Woche

Kieferbrüche: gestern einen und heute einen (Patienten, nicht ich)
Container: einer wurde endlich ausgeladen
Schlaf: viel zu wenig! Gehe, weiß auch nicht warum, erst um 0:00h ins Bett und wache vor dem Klingeln meines Weckers um 6:30h schon wieder auf
Neuankömmlinge: eine Zahnärztin aus England
Abfahrt: ein Zahnarzt aus Norwegen
Essen: ok, es gab Fisch, gehört leider nicht in mein Essens-Spektrum
Mückenstiche: 3, keine Ahnung, wann ich die bekommen habe, unsere Kabine ist definitiv zu kalt für Mücken :)

Dienstag: Ich war beim Friseur! Aber nur die Spitzen schneiden. Das Beste an der ganzen Sache ist, dass es kostenlos war! Na sowas ist doch mal absoluter Kundenservice. Und sie macht ihre Arbeit auch super. Leider geht sie Ende März, deshalb hab ich mir noch schnell ein Termin bei ihr verschafft.
Shopping: YEAH! Ein Container wurde ausgeladen und in unserem Ship-Shop füllten sich die Regale. Leider war es aber nicht "der" erhoffte Container mit Magneten usw. Dafür gab es das Angebot überhaupt. Kleine Tüten Chips für 5 ct. Was für ein Schnäppchen :)
Mittwoch: Habe heute erfolgreich am französisch Unterricht teilgenommen. Ich weiß jetzt, wie ich mit einem Taxifahrer um den Fahrpreis feilsche :)

Ach, da fällt mir ein, ich habe über mein Arbeitsleben noch nicht so viel geschrieben. Also, das ist Dag. Er kommt aus Norwegen,ist mit seiner Familie hier an Bord und bleibt für die nächsten Jahre. Das Arbeiten mit ihm macht mir Spaß und wir verstehen uns ganz gut.

Dag und ich


Dag, der Übersetzer und ich


Freitag: Das krasseste was ich je gesehen habe, war der Kieferbruch eines Mannes heute. Er hatte einen Unfall vor über einer Woche. Die Platzwunde am Kinn wurde im Krankenhaus genäht, aber um den massiven Kieferbruch haben oder konnten sie sich nicht kümmern. Was für Schmerzen muss er gehabt haben! Ihr müsst euch vorstellen, sein Unterkiefer war so in der Höhe vom linken Eckzahn gebrochen und die "größere" rechte Kieferhälfte ist ein Stück vor die linke Seite gerutscht! Wir haben versucht, ihm in unserer Klinik an Land zu helfen, haben aber festgestellt, dass es doch zu komplex ist und haben ihn zum Schiff gebracht. Hier wurde dann alles unter Vollnarkose gerichtet. Ich muss es noch abklären, wie es mit Veröffentlichen von Fotos aussieht, aber wer interessiert ist, dem kann ich dann mal ein Foto davon schicken.
Vorschau: am Wochenende machen wir ein Camping-Ausflug. Habe keinen Schlafsack, kein Zelt, dafür einen Badeanzug, ein Handtuch und Anti-Mückenspray. Es wird also spannend...

Sonntag, 15. März 2009

Meine Kabine













Mein Fenster, meine Koje (die untere) und mein Lieblingsplatz in der Mid-Ship-Lounge mit dem Blick auf den Hafen und den Ozean